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Schulungslabor für Proteinaufreinigung

Seit Anfang 2016 ist in der Fakultät für Biologie und Biotechnologie ein Schulungslabor für Proteinaufreiniung eingerichtet. An 7 Äkta-Start-FPLC-Anlagen werden hier Kurse zum Erlernen moderner Techniken der Proteinchromatographie angeboten.

Pressemitteilung zur Eröffnung des Schulungslabors


Neues Schulungslabor für Proteinaufreinigung in der Biologie

Proteine müssen für die Forschung und für die Anwendung als Medikament (z.B. Insulin) in hoher Reinheit vorliegen. Die dafür nötigen Techniken können jetzt im Schulungslabor für Proteinaufreinigung der Fakultät für Biologie und Biotechnologie erlernt werden. Die praxisnahe Ausbildung mit aktuellen computergesteuerten Geräten wurde durch die finanzielle Unterstützung aus dem Lerninfrastrukturprogramm der Universität ermöglicht.

Proteinchromatographie als zentraler Prozessschritt in Forschung und Anwendung

Proteine (Eiweiße/Enzyme) werden sowohl im Bereich der Forschung als auch für verschiedenste Anwendungen in der Biologie und Medizin in sehr hoher Reinheit benötigt. Dabei ist die Proteinchromatographie die wichtigste Methode, um effizient Proteine in der notwendigen Qualität zur Verfügung zu stellen. Hierbei werden die gewünschten Zielproteine aus einem Proteingemisch (Ausgangslösung) selektiv an eine geeignete Oberfläche gebunden, sodass über einen Waschschritt unerwünschte Verunreinigungen entfernt werden können. „Diese Prozesse können zwar im Kleinmaßstab manuell an der Laborbank durchgeführt werden, damit wird meist aber nicht die Reinheit und Reproduzierbarkeit erreicht, die wir im Forschungsalltag für unsere Untersuchungen benötigen“ , so Herr Prof. Dr. Eckhard Hofmann aus der Fakultät für Biologie und Biotechnologie. „Daher setzen wir in unseren Forschungslaboren computergestützte, sehr teure Anlagen ein, die auch in der biotechnologischen Industrie Verwendung finden. Bisher konnten wir diese Methoden nicht gut in die Lehre integrieren, da die Forschungsgeräte nicht für die Ausbildung verfügbar sind.“

Aufbau eines Schulungslabor durch Rektoratsmittel gefördert

Um diese Ausbildungslücke zu schließen, hat Herr Hofmann zusammen mit Dr. Marc Nowaczyk einen Antrag zur Beschaffung von 7 besonders gut für Schulungszwecke geeigneten, computergestützten Anlagen gestellt, die die forschungsnahe Ausbildung ermöglichen. „Wir freuen uns insbesondere, dass die Initiative auch von den Studierenden selbst frühzeitig mitgetragen wurde und unser Konzept auf sehr viel positive Resonanz in der Fakultät gestoßen ist.“ so Herr Dr. Nowaczyk. „Die Idee für ein Schulungslabor hatten wir schon seit einigen Jahren, aber jetzt bot sich die Gelegenheit über das Universitätsprogramm auch die benötigten Fördermittel zu erhalten.“
Die Geräte wurden im Physiologiesaal der Fakultät für Biologie und Biotechnologie aufgestellt. Bei dessen kürzlicher Renovierung wurden schon im Vorgriff 7 Laborinseln mit eingerichtet, die ideal für die Arbeiten mit den Chromatographieanlagen geeignet sind.

Erster Kurs im Schulungslabor im März 2016

In einer Eröffnungsveranstaltung begrüßte der Dekan der Fakultät, Herr Prof. Dr. Andreas Faissner, neben vielen Mitgliedern aus der Fakultät auch die Prorektorin für Lehre und Weiterbildung, Frau Prof. Dr. Kornelia Freitag. Im Anschluss erläuterte Herr Hofmann das Lehrkonzept und die sich bietenden Ausbildungsmöglichkeiten und die etwa 50 Gäste hatten Gelegenheit, den Studierenden beim Experimentieren über die Schulter zu schauen.
Aufbau eines Kursprogramms für Proteinaufreinigung
Gegenwärtig werden verschiedene Kurse entwickelt, die von Demonstrationsversuchen für Studierende des 3. Fachsemesters Biologie über Anfängerkurse für fortgeschrittene Studierende des Bachelor- und Masterstudiums bis zu Fortgeschrittenenkursen für Promovierende reichen. Auch Kurse für technische MitarbeiterInnen sind geplant. „Neben dedizierten Kursen zur Proteinaufreinigung im Schulungslabor werden die Geräte mittelfristig auch in Praxismodule in verschiedenen Schwerpunkten des Biologiestudiums integriert werden,“ so Herr Hofmann.


Bilder von der Einweihung am 16.3.2016



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